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Trailer »Zerbrochen« von Michael Tsokos

Die häufigsten Irrtümer über die Rechtsmedizin

Tsokos Buch

Michael Tsokos nimmt die bizarrsten Irrtümer in unseren Fernsehkrimis aufs Korn, erläutert die teils groben Fehler und informiert unterhaltsam und spannend über die Mittel und Methoden der Rechtsmedizin.

stern crime

Im Podcast Surensuche des Magazins Stern Crime liefert Tsokos dazu interessante Einblicke in seinen Arbeitsalltag und stellt Ermittlungsmethoden anhand des Falls Silvio S. auf den Prüfstand.

 

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NEU: ab 2. September 2019

Die häufigsten Irrtümer über die Rechtsmedizin

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Michael Tsokos
Schwimmen Tote immer oben?

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Michael Tsokos liest Kapitel 6

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Kapitel 6 über das Thema "Wasserleichen"

Gelesen von Michael Tsokos

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TSOKOS kennt alle Abgründe der Realität

Die True-Crime-Reihe von Deutschlands bekanntestem Rechtsmediziner.

»Die Vorgeschichte von Abgeschnitten mit einem noch höheren True-Crime-Faktor.« Sebastian Fitzek
Cover Tsokos Abgeschnitten Cover Tsokos Abgeschnitten

Lies jetzt den Prolog von Abgeschlagen ...

 

Paul Herzfeld hob den Kopf der Toten an. Mit weit aufgerissenen Augen und offenem Mund schien sie ihn überrascht anzustarren. Wie es nur so weit hatte kommen können? Eine Frage, die Herzfeld ihr auch gern gestellt hätte, doch er verdrängte den Gedanken und versuchte, sich auf seine Aufgabe zu konzentrieren.

Die Leichenstarre hatte sich noch nicht auf den ganzen Körper ausgebreitet, aber bereits im Kiefergelenk kräftig eingesetzt, sodass ihre vertrauten Gesichtszüge dadurch wie eingefroren wirkten.

Durch die grobe Holzkonstruktion des Schuppens schimmerten nur vereinzelt ein paar Lichtstrahlen aus einem ansonsten schneeverhangenen Himmel. Im Halbdunkel war es nicht leicht, irgendwelche Details an ihrem Körper auszumachen, der rücklings vor ihm auf dem rauen Holztisch lag. Herzfeld nahm die schemenhaften Umrisse ihrer Unterarme wahr. Sie waren in den Ellenbogengelenken, von denen die Leichenstarre auch bereits Besitz ergriffen hatte, leicht angewinkelt und ragten entgegen der Schwerkraft, wie in einer wütenden Geste erstarrt, senkrecht nach oben.

Sie kann höchstens zwei Stunden tot sein, so wie ihre Leichenstarre ausgeprägt ist. Ich muss einen Hinweis auf die Todesursache finden, und zwar schnell, überlegte Herzfeld fieberhaft und tastete den toten Körper ab. Ihm lief die Zeit davon, er brauchte irgendetwas, womit er bei der Untersuchung ansetzen konnte.

Ihr kurzes schwarzes Seidennachthemd war ihr fast bis über die Scham nach oben gerutscht.

Er konnte unmöglich den Körper hier in diesem düsteren Schuppen öffnen. Das würde zu lang dauern. Die Instrumente fehlten. Oder würde er gezwungen sein, die Obduktion mit dem einfachen Küchenmesser durchzuführen, das er neben einer altmodischen Taschenlampe oberhalb des Kopfes der Toten entdeckt hatte? »Das ist wohl mein Sektionsbesteck?«, fragte Herzfeld in die Dunkelheit hinein.

»Natürlich. Nur zu. Ich warte auf Ihre Expertise«, erwiderte eine tiefe Stimme, die aus der hinteren Ecke des Raumes kam.
Herzfeld streckte seinen Rücken durch, fuhr sich durch die dunklen Haare und griff nach der Taschenlampe. Im gelblichen Lichtkegel sah er, dass der Lippenstift der Frau, der bei ihrer Begegnung am Tag zuvor noch akkurat gezogen war, jetzt völlig verschmiert war. Speichelfäden, inzwischen gräulich-wächsern eingetrocknet, hatten sich ihren Weg aus dem geöffneten Mund über die linke Gesichtsseite gebahnt.

»Sie scheinen nicht die geringste Ahnung zu haben, womit Sie es hier zu tun haben, Herzfeld. Ich gebe Ihnen ein paar Hinweise, denn Sie stehen ja unter Zeitdruck. Wir befinden uns noch immer im frühen postmortalen Intervall. Und an einem Herzinfarkt ist die Dame schon mal nicht gestorben«, sagte die Stimme mit einem höhnischen Unterton.


Herzfeld atmete aus und mahnte sich zur Ruhe. Konzentrier dich! Wie aus zwei stumpfen Glasmurmeln starrten ihn die erweiterten Pupillen der Toten vorwurfsvoll an, als er mit seinen Fingerspitzen ihre Augenunterlider herabzog, um die Augenbindehäute zu inspizieren. Von ihrem vormals perfekten Lidstrich, dem Lidschatten und ihrer Wimperntusche war nichts mehr übrig geblieben, in schwarzen Rinnsalen war das Make-up über ihre Wangen gelaufen. Sie musste viel geweint haben, als sie begriff, dass sie sterben würde.

»Vereinzelte Punktblutungen in den Bindehäuten«, sagte Herzfeld mehr zu sich selbst als zu der Person, die sich jetzt mit langsamen Schritten näherte.

Da war er. Der erste Hinweis.

Aber es musste schneller gehen, viel schneller. Denn mit jeder Minute, die verstrich, würde das Horrorszenario näher rücken:

Die Frau, die er liebte, würde sterben. Nur das Ergebnis der Untersuchung des leblosen Körpers vor ihm und seine korrekte Feststellung der Todesursache konnten ihren Tod verhindern. Im Lichtkegel der Taschenlampe untersuchte Herzfeld den Hals der Toten: keine Strangmarke, keine Drosselspuren, keine Würgemale. Eine Gewalteinwirkung gegen den Hals schied schon mal aus. Aber warum dann die punktförmigen Blutungen in ihren Bindehäuten?

Herzfeld hob den Kopf erneut an und leuchtete auf ihre Nackenregion. Dabei fielen die blonden halblangen Haare nach vorn und hingen ihr wie ein Vorhang vor dem Gesicht. Sie waren völlig trocken. Obwohl sie schon ein oder zwei Stunden tot war. Wäre sie unter einer Plastiktüte erstickt worden, wären ihre Haare durch das entstehende Kondenswasser noch immer feucht. Bei der nassen Kälte im Schuppen wären sie nicht getrocknet.

»Und? Was sagen Ihnen die Punktblutungen? Ich denke, die Toten sprechen zu Ihnen«, sagte die Stimme zynisch.

»Keine Strangulation, kein Ersticken unter einer Plastiktüte«, erwiderte Herzfeld, während er die Träger des Nachthemds über die Schultern der Toten nach unten zog und ihren Oberkörper entblößte. Keine Zeichen einer Druckstauung am Oberkörper. Tod durch Ersticken, weil jemand auf ihrem Oberkörper kniete, scheidet auch aus. Aber vielleicht war es gar kein

Herzfelds Gedankenflut wurde jäh unterbrochen.

»Herzfeld, Sie sollten sich jetzt wirklich beeilen. Gleich wird der Wind die Maschine in Bewegung setzen, die das Leben Ihrer Lebensgefährtin, der Mutter Ihrer Tochter, in wenigen Minuten auslöscht. Und wenn das passiert ist –«

Die Stimme machte eine bedeutungsschwangere Pause.

Herzfeld begann zu schwitzen, sein Puls raste. Er blickte auf das makabre Todesrätsel auf dem provisorischen Untersuchungstisch vor sich und setzte die äußere Leichenschau fort. Er untersuchte die Fingernagelränder der Toten auf frische Abbrüche oder Fremdmaterial darunter, als er die beiden kleinen blasigen Hautveränderungen an der Innenseite der Endglieder des rechten Zeigefingers und des Daumens bemerkte, die im Lichtkegel der Taschenlampe porzellanartig schimmerten. Und dann kam ihm eine Idee. Es war nur ein flüchtiger Gedanke, aber Herzfeld spürte, dass er auf der richtigen Spur war.

Der zweite Hinweis. Vielleicht der alles entscheidende Hinweis.

Herzfeld nahm das Küchenmesser und öffnete mit einem einzigen langen Schnitt den rechten Arm der Toten von der Schulter bis zum Handballen in seiner gesamten Länge. Die Klinge war schärfer, als er erwartet hatte, und glitt durch Haut und Unterhautfettgewebe wie durch ein Stück Weichkäse. Die Hautlappen beidseits des Schnitts klafften zur Seite und gaben den Blick auf das darunterliegende Unterhautfettgewebe und die Armmuskulatur der Toten frei. Als er die dunkelroten, feucht glänzenden Einblutungen in der Beugemuskulatur von Ober- und Unterarm erblickte, war ihm schlagartig klar, wie und woran die Frau gestorben war. Aber ehe er seine Gedanken ordnen und sein Ergebnis mitteilen konnte, sah er den Arm, der sich wie eine Python langsam in Richtung seines Kopfes bewegte. Er spürte die kalte Mündung der Waffe an seiner linken Schläfe.

»Und jetzt das Messer weg, sofort. Nicht schlecht. Das muss man Ihnen lassen. Sie sind noch besser, als ich dachte. Aber das nützt Ihnen nun auch nichts mehr. Morgen liegen Sie auf einem Obduktionstisch. Und ein Kollege wird sich fragen: Wie starb Paul Herzfeld?«

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Fitzek / Tsokos

ABGESCHNITTEN

Filmausschnitt Abgeschnitten

Rechtsmediziner Paul Herzfeld, Spezialist für Gewaltverbrechen, findet im Kopf einer monströs zugerichteten Leiche die Telefonnummer seiner Tochter. Hannah wurde verschleppt – und für Herzfeld beginnt eine perverse Schnitzeljagd.

Denn der psychopathische Entführer hat eine weitere Leiche auf Helgoland mit Hinweisen präpariert. Herzfeld hat jedoch keine Chance, an die Informationen zu kommen und den Wettlauf gegen die Zeit zu gewinnen: Die Hochseeinsel ist durch einen Orkan vom Festland abgeschnitten, die Bevölkerung bereits evakuiert. Unter den wenigen Menschen, die geblieben sind, ist die Comiczeichnerin Linda, die den Toten am Strand gefunden hat. Verzweifelt versucht Herzfeld sie zu überreden, die Obduktion nach seinen telefonischen Anweisungen durchzuführen. 
Doch Linda hat noch nie ein Skalpell berührt. Geschweige denn einen Menschen seziert. Als sie sich dennoch in die verlassene Pathologie der Inselklinik wagt, erkennt sie sehr schnell, dass das Leben des entführten Mädchens nicht das einzige ist, das auf dem Spiel steht …

Der gemeinsame Bestseller von Psychothriller-Star Sebastian Fitzek und Michael Tsokos, dem prominentesten Rechtsmediziner Deutschlands. 2018 wurde Abgeschnitten mit Moritz Bleibtreu als Paul Herzfeld (siehe Bild) und Jasna Fritzi Bauer als Linda verfilmt.
 

»Hier geht es richtig zur Sache.« Stern

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Die Paul-Herzfeld-Thriller

Fitzek Tsokos Cover Abgeschnitten

Der Bestseller

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Tsokos

ABGESCHLAGEN

Tsokos

In einem Kieler Park werden ein toter nackter Mann und eine zerstückelte Frauenleiche entdeckt. Rechtsmediziner Paul Herzfeld ist überrascht, welche mysteriösen Reaktionen dieser Fall auslöst: Professor Schneider, Herzfelds Vorgesetzter, legt sich schon zu Beginn der Obduktion auffällig schnell auf eine Machete als Tatwaffe fest, während der Sektionsassistent vor lauter Nervosität kaum seine Arbeit verrichten kann.

Und dann kommt der Hausmeister des Instituts auch noch einem brisanten Geheimnis auf die Spur. Daraufhin stellt Herzfeld eigene Nachforschungen an und bringt sich und seine Familie in größte Gefahr.

»Paul Herzfeld ist zurück! Fesselnd. Packend. Faszinierend. Eine rechtsmedizinische Achterbahnfahrt. Die Vorgeschichte von Abgeschnitten mit einem noch höheren True-Crime-Faktor.« Sebastian Fitzek

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Das literarische Duett

LIEFERS und PRAHL featuring: TSOKOS

Der Autor

MICHAEL TSOKOS

Michael Tsokos

Prof. Dr. Michael Tsokos, Jahrgang 1967, leitet seit 2007 das Institut für Rechtsmedizin der Charité und das Landesinstitut für gerichtliche und soziale Medizin in Berlin. Seit 2014 ist er zudem ärztlicher Leiter der ersten Berliner Gewaltschutzambulanz an der Charité.
Michael Tsokos ist als rechtsmedizinischer Experte im In- und Ausland tätig. Er ist Herausgeber und Autor mehrerer rechtsmedizinischer Fachbücher sowie von zahlreichen  populärwissenschaftlichen Sachbüchern und True-Crime-Thrillern, die allesamt Bestseller waren und bisher in über zwanzig Sprachen übersetzt wurden. Abgeschnitten wurde von Ziegler Film verfilmt und kam 2018 in die deutschen Kinos. Nach seinem Engagement für die Vereinten Nationen zur Identifizierung der Kriegsopfer im ehemaligen Jugoslawien 1998 und 1999 war er Ende 2004 und 2005 maßgeblich an der Identifizierung der deutschen Tsunami Opfer in Thailand beteiligt und zuletzt an der Identifizierung der deutschen Opfer des Attentates in Istanbul Anfang 2016. Sein besonderes Engagement gilt seit über 20 Jahren der klinischen Rechtsmedizin und hierbei besonders der Kindesmisshandlung.
Michael Tsokos ist unter anderem Träger des Wissenschaftspreises der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin und Botschafter des Deutschen Kindervereins.

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Realität trifft Fiktion

Ein Autor und sein Protagonist

Autorenbild Michael Tsokos

Michael Tsokos
Leiter des Instituts für Rechtsmedizin an der Charité in Berlin

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Paul Herzfeld Charakter

Paul Herzfeld
Ermittelnder Rechtsmediziner in den Thrillern
von Michael Tsokos

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Steckbrief Paul Herzfeld 

 

Alter:
36 Jahre

Haarfarbe:
dunkelbraun

Augenfarbe:
braun

Beruf:
Rechtsmediziner, seit einem Jahr Assistenzarzt am Kieler Institut für Rechtsmedizin der Universität

Familienstand:
unverheiratet, aber mit Petra, seiner Verlobten schon viele Jahre zusammen, haben eine gemeinsame Tochter: die fünfjährige Hannah

Wohnort:
Kiel, die kleine Familie wohnt in einer schönen Altbauwohnung im 2. Stock mitten in Kiel. Petras Eltern leben im Umland (Kronshagen) und betreuen ab und an das Enkelkind

Auto:
dunkelblauer Passat

Charaktereigenschaften:
leidenschaftlicher Rechtsmediziner,
scharfsinnig,
geht den Dingen auf den Grund und ist dann auch mutig,
lässt sich so schnell nicht aus der Ruhe bringen,
Hang zum Perfektionismus,
kann gut mit den Kommissaren und seinen Kollegen, kann aber sehr wohl seinem egozentrischen Vorgesetzten, Prof. Schneider, Paroli bieten im Sektionssaal,
Herz am rechten Fleck,
verständnisvoller Partner, der aber leider immer viel und lange arbeitet, liebevoller Vater

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Aus der SAT.1 Sendung »Dem Tod auf der Spur - Die Fälle des Prof. Tsokos«

Michael Tsokos erklärt: Ablauf einer Obduktion

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Die Arbeit in der Rechtsmedizin

Michael Tsokos erklärt

Skalpel

Der Ablauf einer Obduktion
Lass dir von Tsokos erklären, wie eine Leiche obduziert wird.
Quelle: Aus der SAT.1 Sendung »Dem Tod auf der Spur - Die Fälle des Prof. Tsokos«

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Schädel

Formen der Gewalteinwirkung
In der Rechtsmedizin werden verschiedene Arten von Gewalteinwirkung unterschieden.
Quelle: Aus der SAT.1 Sendung »Dem Tod auf der Spur - Die Fälle des Prof. Tsokos«

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Aus der SAT.1 Sendung »Dem Tod auf der Spur - Die Fälle des Prof. Tsokos«

Michael Tsokos erklärt: Formen der Gewalteinwirkung

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